Der Name der Väter

Lange habe ich mich gegen das Heiraten gewehrt. Ich habe mit der Ehe meiner Eltern ein mieses Vorbild gehabt, das von wenig Zugewandtheit und Nähe zeugte. Statt dessen fühlte es sich für meine Mutter offenbar an wie ein Gefängnis, das sie an Haus und Kinder band. Zugleich war ihr die Ehe aber auch materielle Sicherung und Statusgewinn, die sie höher als alles andere bewertete. Für meinen Vater war die Ehe indes kein Hinderungsgrund, mit so ziemlich jeder anderen Frau, die ihn attraktiv fand, ein mehr oder weniger intensives Verhältnis zu haben.

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Veränderliche Konstanten

So lange es nichts gab, das mich zufällig in die Nähe meines Heimatortes verschlagen hatte, habe ich auch nicht groß darüber nachgedacht, ob und wie sich dieses Dorf verändert haben könnte. Man sagt ja gerne, dass man seine Heimat zwischenzeitlich einmal (auch für länger) verlassen haben muss, um wieder neu dorthin zurückkehren zu können. Aber dass ich hinfuhr, war kein bewusster Vorsatz, sondern lag an einer Baustelle, die ich umfahren musste, als ich den Gatten am Freitag zum Bahnhof brachte. Bewusst, wenn auch notgedrungen zurückgekehrt war ich in das Nest bereits vor Jahren. Ich weine ihm keine Träne nach. Weiterlesen „Veränderliche Konstanten“

Gedanken zur Weihnacht

Noch nie war mir Weihnachten so gleichgültig wie in diesem Jahr. Ich hatte keinen Geschenkestress, weil es (außer an die Nichten und Neffen) nichts zu verschenken gab. Das mag kaltherzig klingen, und vielleicht ist es das auch. Es gibt durchaus Menschen, die eine liebe Karte oder eine anderweitige Aufmerksamkeit verdient hätten, in diesem Jahr aber von mir keine bekamen. Aus Gründen. Ich hoffe sehr, die Betreffenden sehen mir das nach. Mit unseren Freunden haben wir einen Pakt, nichts zu schenken. Dieselbe Vereinbarung habe ich auch mit dem Gatten. Und sie funktioniert – wir hatten nicht einmal diese „Eigentlich schenken wir uns ja nichts, aber hier trotzdem eine Kleinigkeit!“-Geschenke. Ich finde das sehr, sehr wohltuend. Weiterlesen „Gedanken zur Weihnacht“

Zeitreise

Freunde hatten für gestern abend die Idee, auf ein kleines Konzert zu gehen. Zwar fiel ich nachmittags mal in ein tiefes Müdigkeitsloch, eine Tasse Kaffee und der Wunsch nach Abwechslung halfen aber, es zu überwinden.

Wir fuhren in das benachbarte Städtchen, in dessen Jugendzentrum der besagte Bandabend stattfand. Oh! Kaum dem Auto entstiegen fühlte ich mich wie in eine Zeitreise entführt. Ich hatte in diesem Jugendzentrum (und diversen anderen) einen gewissen Teil meiner Freizeit als 15-, 16-, 17jährige verbracht, und die Erinnerungen an diese Zeit kamen wieder auf. Weiterlesen „Zeitreise“

Nützlich

Den eigenen Geburtstag herbeizusehnen ist ein Gefühlszustand, der mir irgendwann in der Teenagerzeit vollständig abhanden gekommen ist. Vielleicht liegt es am Älterwerden und daran, dass man sich daran gewöhnt. Es könnte auch sein, dass man allmählich begreift, Geburtstage fühlen sich auch nicht anders an als andere. Weiterlesen „Nützlich“