„Stress hat nur der Leistungsschwache!“

Wenn ich nicht so wäre, wie ich bin, dann wäre es mir ganz egal, ob es unpopulär ist, über das eigene Versagen zu schreiben. Aber ich bin, die ich bin. Es macht mir etwas aus, denn die Erwartungen anderer sind nach wie vor viel bedeutender für mich, als ich eigentlich selber will. Das macht die eigene Schwäche noch viel schwerer erträglich, als sie es sowieso schon ist. Weiterlesen „„Stress hat nur der Leistungsschwache!““

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Über Masken

In mir ist dieses Gefühl, einen erheblichen Teil meiner Zeit nicht ich selbst sein zu können. Ich spiele jemanden. Ich bin nur, wenn ich allein bin, in Gegenwart des Gatten oder sehr vertrauter Freunde. Aber auch dann habe ich oft eine Instanz in mir, die mir permanent sagt, wie ich sein sollte. Was ich bräuchte statt dessen wäre jemand in mir, der mich ermutigt, die zu sein, die ich sein könnte und will. Weiterlesen „Über Masken“

Widrigkeiten

Wenig Schreibelaune gerade. Wieder mal haben die Wochen 50 Stunden statt 40, müssen Aufträge ganz dringend bis gestern erledigt werden, und am Donnerstag habe ich 15 Stunden am Stück durchgearbeitet. Keine Zeit zum Schlafen, keine Zeit, ordentlich zu essen, keine Ruhe, um mich richtig zu erholen. Daneben bleibt alles andere liegen. Das vor mir liegende lange Wochenende mildert die Spannung, von der ich einfach hoffe, dass sie sich auch mal über längere Zeiträume etwas gibt.
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Verpestete Luft

Falls ich im Büro sitze und mal nicht so ganz genau weiß, welcher Wochentag ist, reicht es, wenn ich meiner Kollegin M. zuhöre. An ihrer Stimmung lässt sich meistens ziemlich zuverlässig ablesen, ob es ein Montag ist und zehn Uhr vormittags oder ein Freitag, halb zwei. Ihre Stimmung steigt im Tages- und Wochenverlauf jeweils exponentiell. Das bedeutet nun aber nicht, dass sie am frühen Freitagnachmittag ein Ausbund an spritzigem Humor und ausgelassener Fröhlichkeit sein muss. Zurückgerechnet: Am frühen Montagmorgen ist sie meist nicht nur schlecht gelaunt, sondern eine ausgesprochene Gewitterziege.

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Relativ krank

Ich liege unter der Wolldecke auf dem Sofa, auf dem Schoß das Laptop, mir ist kalt, ich bin müde. Warte aber noch auf den Anruf eines Kollegen, mit dem ich klären möchte, was in meiner Abwesenheit sonst auf meinem Schreibtisch liegenbliebe.

Ich bin krank. Das Stimmchen im meinem Kopf sagt: „Relativ krank!“ Denn so schlimm können Glieder- und Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Husten ja nicht sein, dass ich deshalb zuhause bleiben dürfte. Mit mir sitzt also das schlechte Gewissen auf dem Sofa und motzt beständig.

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